Google Ads kostet nicht, was du für einen Klick bezahlst. Es kostet, was du für eine Anfrage bezahlst. Das sind zwei völlig verschiedene Zahlen, und der Unterschied dazwischen entscheidet, ob sich Werbung für dich rechnet.
Kurz gesagt: Rechne für kleine und mittlere Unternehmen mit 500 bis 2.500 Euro Werbebudget im Monat plus Betreuung. Der Klickpreis liegt je nach Branche zwischen 0,40 und über 40 Euro. Entscheidend ist aber, wie viele Klicks du brauchst, bis eine Anfrage daraus wird.
Die drei Posten, aus denen sich die Kosten zusammensetzen
1. Das Werbebudget
Das Geld, das direkt an Google geht. Du legst ein Tagesbudget fest, Google schöpft es aus, solange es Suchanfragen gibt. Dieses Budget ist frei wählbar und jederzeit änderbar.
2. Der Klickpreis
Was ein einzelner Klick kostet, bestimmt eine Auktion – und zwar nicht nur über das Gebot. Google bewertet auch die Qualität: Wie gut passt die Anzeige zur Suchanfrage, und wie gut passt die Zielseite zur Anzeige? Eine saubere Struktur kann denselben Klick halb so teuer machen wie eine schlampige.
Typische Klickpreise in Deutschland:
| Bereich | Klickpreis (Richtwert) |
|---|---|
| Handwerk, lokale Dienstleistungen | 0,80 – 3,50 € |
| Beratung, Agenturen, B2B-Dienstleistung | 2,00 – 8,00 € |
| Software, SaaS | 4,00 – 15,00 € |
| Versicherung, Recht, Finanzen | 10,00 – 50,00 € |
3. Die Betreuung
Einrichtung, laufende Optimierung, Auswertung. Üblich sind Stundensätze oder ein monatlicher Pauschalbetrag. Wer ein Konto ohne Betreuung laufen lässt, zahlt den Unterschied fast immer in verbranntem Budget – meist mehr, als die Betreuung gekostet hätte.
Die Rechnung, die tatsächlich zählt
Ein Beispiel aus der Praxis, bewusst konservativ gerechnet:
- 1.000 € Budget im Monat
- 2,50 € durchschnittlicher Klickpreis → 400 Klicks
- 5 % der Besucher fragen an → 20 Anfragen
- → 50 € pro Anfrage
Ob das gut oder schlecht ist, hängt allein daran, was ein Kunde dir wert ist. Bei einem durchschnittlichen Auftragswert von 300 Euro und einer Abschlussquote von einem Drittel zahlst du 150 Euro für 300 Euro Umsatz – das trägt sich kaum. Bei einem Auftragswert von 5.000 Euro ist dieselbe Rechnung hochprofitabel.
Der entscheidende Satz: Die Conversion-Rate – also der Anteil der Besucher, die tatsächlich anfragen – ist der mit Abstand größte Hebel. Von 2 % auf 4 % zu kommen, halbiert deine Kosten pro Anfrage. Dasselbe über das Budget zu erreichen, würde eine Verdopplung bedeuten.
Die fünf häufigsten Geldverbrennungen
- Weitgehend passende Keywords ohne Ausschlusslisten. Du zahlst für „Webdesign Ausbildung“ und „Webdesign kostenlos lernen“, obwohl du Aufträge suchst. Ausschließende Keywords sind die erste Stellschraube in jedem Konto.
- Alle Anzeigen auf die Startseite. Wer nach einer konkreten Leistung sucht und auf einer allgemeinen Startseite landet, springt ab. Jede Anzeigengruppe braucht eine passende Zielseite.
- Kein Conversion-Tracking. Ohne Messung weißt du nicht, welche Keywords Anfragen bringen – und Googles Automatik kann nicht optimieren, weil ihr das Ziel fehlt. Das ist der häufigste schwere Fehler.
- Bundesweit ausgespielt, obwohl regional gearbeitet wird. Klingt banal, passiert ständig. Die Standardeinstellung ist weiter gefasst, als die meisten denken.
- Keine Anzeigenerweiterungen. Sitelinks, Anruf-Button, Standort. Kostet nichts extra, vergrößert die Anzeige und verbessert die Klickrate deutlich.
Wie viel Budget du mindestens brauchst
Unter etwa 300 Euro im Monat wird es schwierig – nicht weil es nicht funktioniert, sondern weil zu wenig Daten entstehen. Ohne ausreichend Klicks lässt sich nicht erkennen, was wirkt und was nicht; man optimiert ins Blaue.
Sinnvoll ist, mit einem begrenzten Budget auf wenigen, sehr präzisen Suchbegriffen zu starten, drei bis vier Wochen Daten zu sammeln und dann zu entscheiden. Breit starten und später einengen kostet deutlich mehr.
Ads oder SEO?
Die Frage stellt sich seltener, als sie gestellt wird – die beiden lösen verschiedene Probleme.
Google Ads bringt Anfragen ab Tag eins, ist aber ein Mietmodell: Budget aus, Anfragen weg. SEO braucht Monate, trägt sich danach aber weitgehend selbst.
Für die meisten Betriebe ist die sinnvolle Antwort: beides, zeitversetzt. Ads sofort für Umsatz und – oft übersehen – für Erkenntnisse. Welche Suchbegriffe tatsächlich Anfragen bringen, weißt du nach vier Wochen Ads. Genau diese Begriffe sind dann die richtigen SEO-Ziele.
Willst du vorher wissen, was dein Projekt ungefähr kostet? Unser Kostenrechner gibt dir eine Spanne. Oder sprich direkt mit uns – wir schauen uns dein Konto auch an, wenn es schon läuft.
Für regionale Dienstleister sind 500 bis 1.000 Euro im Monat ein realistischer Einstieg. Unterhalb von etwa 300 Euro entstehen zu wenige Klicks, um zu erkennen, welche Suchbegriffe funktionieren. Sinnvoller als ein großes Budget auf vielen Begriffen ist ein kleines Budget auf wenigen, sehr präzisen Begriffen.
Bei Google selbst nicht – Kampagnen lassen sich jederzeit pausieren oder beenden. Agenturverträge haben dagegen oft Laufzeiten. Achte darauf, dass das Werbekonto auf deinen Namen läuft und du Zugriff hast. Dann bleiben Daten und Kampagnen bei dir, auch wenn du den Dienstleister wechselst.
Technisch laufen Anzeigen wenige Stunden nach Freigabe. Erste Anfragen entstehen oft schon in den ersten Tagen. Belastbare Aussagen über Kosten pro Anfrage sind nach etwa drei bis vier Wochen möglich, weil vorher zu wenige Daten vorliegen.
Der Klickpreis hängt nicht nur am Gebot, sondern auch am Qualitätsfaktor. Google bewertet, wie gut Anzeige und Zielseite zur Suchanfrage passen. Wer alle Anzeigen auf die Startseite leitet oder sehr allgemeine Keywords bucht, zahlt für denselben Klick deutlich mehr als jemand mit sauber getrennten Anzeigengruppen und passenden Zielseiten.